Speicher sind die neuen Kraftwerke
Europa baut Batteriespeicher in Rekordtempo. Warum Großspeicher zur Schlüsseltechnologie der Energiewende werden und was sie für Rechenzentren bedeuten.

Ein Markt im Rekordtempo
2025 sind in Europa Batteriespeicher mit 36 Gigawattstunden neu ans Netz gegangen, 48 Prozent mehr als im Vorjahr. Es war das zwölfte Wachstumsjahr in Folge, und erstmals stellten Großspeicher mehr als die Hälfte des Zubaus. Der Bestand in Europa hat damit die Marke von 100 Gigawattstunden überschritten. Die größten Märkte waren Deutschland, Großbritannien und Italien.
SolarPower Europe erwartet für 2026 mehr als 50 Gigawattstunden Zubau und für 2030 rund 138 Gigawattstunden pro Jahr, fast das Vierfache von heute. Der Bestand in der EU würde damit bis Ende des Jahrzehnts auf rund 470 Gigawattstunden wachsen, mehr als das Sechsfache von heute. Großspeicher sollen dann drei Viertel der installierten Kapazität ausmachen.
Strom im Überfluss, Strom zur falschen Zeit
Je mehr Sonne und Wind im Netz sind, desto öfter gibt es zu viel Strom, vor allem mittags. 2025 lagen die Großhandelspreise in Deutschland in 573 Stunden unter null, nach 457 Stunden im Jahr davor. Am Abend, wenn die Sonne untergeht, wird Strom dagegen knapp und teuer.
Großspeicher schließen diese Lücke. Sie laden, wenn Strom im Überfluss da ist, und speisen ein, wenn er gebraucht wird. Zusätzlich stabilisieren sie das Netz innerhalb von Sekunden und werden dafür von den Netzbetreibern vergütet. So verdienen sie an mehreren Märkten zugleich.
Günstiger als je zuvor
Die Technik ist in kurzer Zeit erschwinglich geworden. Laut BloombergNEF sind die Preise für stationäre Batteriespeicher allein 2025 um 45 Prozent gefallen, auf durchschnittlich 70 US-Dollar pro Kilowattstunde. Sinkende Kosten und größere Preisschwankungen machen jeden neuen Speicher wirtschaftlicher.
Der Engpass ist der Netzanschluss
Die Nachfrage nach Anschlüssen ist enorm. Nach Angaben der Bundesregierung liegen bei den Übertragungsnetzbetreibern Netzanschlussanfragen für Batteriespeicher im dreistelligen Gigawattbereich vor. Längst nicht alle Projekte werden gebaut. Wer einen Standort mit gesichertem Anschluss hat, besitzt deshalb einen echten Vorsprung.
Der Schlüssel für Rechenzentren
Für Rechenzentren sind Speicher doppelt wertvoll. Sie machen aus schwankendem Solar- und Windstrom eine Versorgung rund um die Uhr. Und sie fangen die starken Lastsprünge ab, die beim Training großer KI-Modelle entstehen und die herkömmliche Erzeugung kaum so schnell ausgleichen kann. Ein Rechenzentrum, das Grünstrom aus Park und Speicher bezieht, ist besser abgesichert als eines, das allein vom Netz abhängt.
Was das für Trustvolt bedeutet
Trustvolt baut Großspeicher ab 5 Megawatt an eigenen Solar- und Windparks und in der Nähe von Rechenzentren. Sie verdienen am Stromhandel, an Netzdiensten und an festen Lieferverträgen, in einem Markt, der sich bis 2030 fast vervierfachen soll.
Quellen
- SolarPower Europe: European battery storage surges in 2025, 23.06.2026
- ZfK: 2025 mehr negative Preisstunden, Daten der Bundesnetzagentur (SMARD), 07.01.2026
- BloombergNEF: New record lows for battery prices, Dezember 2025
- Rechenzentrumsstrategie der Bundesregierung, BT-Drs. 21/4910, 19.03.2026
- Energy-Storage.News: Batteries and AI data centre power fluctuations, 13.01.2026